In die weite Welt

Auswanderung aus dem Kirchspiel Schönholthausen

In die weite Welt...

... zog es viele Menschen. Auch aus dem Kirchspiel Schönholthausen.
Den Anfang machten die Menschen im 18. Jahrhundert, als sie sich an den Schwabenzügen beteiligten. Einige Bürger, vor allem aus Rönkhausen, Lenhausen und Schönholthausen wanderten in den Banat aus, das heutige Rumänien.
Doch die weit aus meisten Menschen suchten, ab Mitte des 19. Jh. ihr Glück in Amerika. Von vielen wissen wir, das sie hier ihre neue Heimat gefunden haben. Es gibt auch einige, von denen verliert sich nach ihrer Ankunft jegliche Spur.
Und es gibt die ein oder andere Erfolgsstory...


Caspar Hennecke geb. am 19. Dezember 1833 in Schönholthausen verlässt als Militärpflichtiger im Jahr 1854 seine sauerländische Heimat OHNE die Genehmigung der Behörden und sucht sein Glück in Amerika. Ausgestattet mit Kenntnissen im bäuerlichen Hauswesen, einer gründlichen Berufsausbildung im elterlichen Betrieb und vertraut mit dem typisch sauerländischen Handelswesen organisiert er sich in verschiedenen Netzwerken (u.a. Goldsuche in Pike`s Peak) immer wieder neu und wird so zu einer bedeutenden Unternehmerpersönlichkeit in Amerika.


Franz Anton Spanke, geboren am 12. Mai 1873 in Schönholthausen, wandert mit seinen Eltern und Geschwister am 16. Februar 1881 auf dem Schiff Strassburg aus. Im Jahr 1892 macht Franz seinen Abschluss am Subiaco College, einem Benedektiner Kloster das im Jahre 1878 in Arkansas gegründet wurde. Er war der erste Absolvent. Im darauf folgenden Jahr legte er sein Gelübde als Mönch ab und wurde zum Priester geweiht. Von da ab an führte er den Namen Boniface.

Johann Sr. Hoberg, geboren in Serkenrode am 3. September 1840, erreicht im Alter von einem Jahr am 28. Juni 1842, auf dem Schiff Louise mit seiner Familie das gelobte Land "Amerika". Johann gründet im Jahre 1895 in Green Bay, Wisconsin, die Firma Hoberg Papermill Company ltd. Damit legte er den Grundstein für die Papierindustrie im Bundesstaat Wisconsin.
Am 17. Juli 1904 stirbt Johann durch einen tragischen Arbeitsunfall, der noch heute in Unfallverhütungslehrgängen zitiert wird.





Heinrich Martin Arens, "..mit wehem Herzen und wenig Geld stieg an einem Augusttag 1889
ein 17 Jahre junger Mann in den Zug. Als Lenhausen und die auf dem Bahnhof winkende Mutter entschwunden waren, hatte für Heinrich Martin Arens aus Bausenrode die Fahrt nach Amerika begonnen. (Sauerlandruf Ausgabe 3/4 Dezember 1964)
Arens war Mitglied der Bauern- und Arbeiterpartei von Minnesota. Für diese wurde er 1919, trotz seiner deutschen Herkunft, in das Repräsentantenhaus von Minnesota gewählt. Diesem gehörte er bis 1922 an. Dem Senat des Staates gehörte er dann von 1923 bis 1930 an. Im Jahr 1931 wurde er Vizegouverneur von Minnesota. Seit 1932 war Arens für die Minnesota Farmer-Labor Party Mitglied des US-Repräsentantenhauses. Er blieb seiner Sauerländer Heimat verbunden und besuchte nach dem Zweiten Weltkrieg noch zweimal seinen Heimatort. (Wikipedia)

Hugo Oberste, geboren am 11. Januar 1855 in Weringhausen, erreicht mit seiner Frau Maria Sprenger und der Familie, am 8. Juni 1880 Baltimore die Ostküste von Amerika. Sie siedeln sich, wie viele aus dem Kirchspiel Schönholthausen, in Hartmann, Arkansas, an. Hugo und Maria adoptieren in der Zeit des "Orphan Trail" zwei Kinder. Hugo war einer der führenden Weinanbauer und Holzhändler in Arkansas und ein sehr angesehener Einwohner von Arkansas.






Erich Daniel Sommer, geboren 03.05.1900 in Finnentrop, gestorben am 25.10.1979 in Mercer Island, Washington.
Daniel erreicht am 03.08.1940 von Yokohama, Japan aus kommend mit dem Schiff Hikawa Maru, das sprichwörtliche rettende Ufer, die Ostküste von "Amerika".
Daniel Sommer war Jude und er nutzte wahrscheinlich die letzte Fluchtroute für  Juden aus Deutschland im Jahre 1938. Diese Route ging von Genua in Italien nach Shanghai, China, da die Stadt neben den Komoren der einzige Zufluchtsort war, der jüdische Flüchtlinge aufnahm.